23. Oktober 2012
von Andreas Gosch
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„Kapellen an Kathedralen. Konstruktion und Funktion am Beispiel des Mainzer Doms um 1300“

Wissenschaftlicher Workshop des Teilprojektes D “Sakralbau als Prozess” mit PD Dr. Ute Engel am 2. November von 14 – 18Uhr

Kapellen an KathedralenDer Mainzer Dom gilt als ein Hauptwerk der deutschen Baukunst des 11. und 12. Jahrhunderts, abgeschlossen erst 1239 mit einer großen Weihezeremonie. Doch schon in den 1270er Jahren setzen die erste Erweiterung der doppelchörigen Anlage ein, nun unter dem Eindruck der modernsten Bauvorhaben entlang der sog. Rheinschiene, den Neubauten des Kölner Doms und des Straßburger Münsters. Anders als bei diesen Bauprojekten, wurde der Mainzer Dom nicht abgerissen und neugebaut, sondern die Seitenwände seines Langhauses wurden in Reihen großformatiger Kapellen geöffnet, ausgestattet mit riesigen Maßwerkfenstern, von Wimpergen im Äußeren übergiebelt und z.T. mit aufsehenerregenden offenen Maßwerkkonstruktionen voneinander getrennt.

Der Workshop stellt ein 2011 begonnenes Forschungsprojekt zu diesen Mainzer Domkapellen vor. Gerüste konnten während der aktuellen Restaurierungsmaßnahmen genutzt werden, um zu neuen Erkenntnissen über die Baugeschichte, Bautechnik und Bauornamentik der Kapellen zu gelangen. Erste Ergebnisse werden in diesem Workshop zur Diskussion gestellt, ebenso wie Fragen der Funktion und Nutzung der Kapellen sowie der baulichen und institutionellen Konkurrenz der großen Kirchenbauprojekte der deutschen Baukunst des 13. Jahrhunderts.

Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei.

Um Anmeldung wird gebeten: katja.schroeck@tu-dresden.de

Veranstaltungsort:

TU Dresden
Bürogebäude Zellescher Weg (BZW)
SFB-Bibliothek (Raum A-005, EG, Glasanbau)
Zellescher Weg 17
01069 Dresden

Ansprechpartner:

Katja Schröck M.A.
katja.schroeck@tu-dresden.de

Tel.: 0351 463-42473

30. Januar 2012
von Andreas Gosch
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TRACES OF MAKING – Rückblick.

Vom 20. bis zum 21. Januar 2012 fand die internationale Tagung „Traces of Making – Form, Konstruktions- und Entwurfsprinzipien von spätgotischen Zellengewölben – ‘reverse engineering’ und experimentelle Archäologie” in der Albrechtburg Meissen sowie dem Bergezentrum Trebsen statt. Fotografien von der Tagung stellen wir Ihnen ab sofort zur Verfügung …zum Rückblick

23. Dezember 2011
von Andreas Gosch
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TRACES OF MAKING – 20. bis 21. Januar 2012 internationale Tagung in Meißen und Trebsen

Form, Konstruktions- und Entwurfsprinzipien von spätgotischen Zellengewölben – ‘reverse engineering’ und experimentelle Archäologie

Um sich dem Phänomen der spätgotischen Zellengewölbe anzunähern, sind das Verständnis des Herstellungsprozesses, der Charakteristika der Entwurfsvorgaben und der Kriterien bei der Planung von zentraler Bedeutung. Zum einen werden die Motive für das Auftreten und die weite Verbreitung dieser Gewölbeform im Zusammenhang mit technologischen Gesichtspunkten gesehen. Zum anderen lässt sich das Erscheinungsbild dieser Gewölbe, mit dem speziellen Charakter ihrer Kurven und Flächen, nur vor diesem Hintergrund beschreiben.

Allerdings können wir weder zur Konstruktionsweise noch zu den Entwurfsprinzipien der Zellengewölbe auf zeitgenössische Informationen zurückgreifen. Insofern stellt sich ein methodisches Problem: Wie können wir ausgehend …weiterlesen


Design and Construction of the Late Gothic “Cell Vaults”

In order to analyze the phenomenon of late Gothic “Cell Vaults“, it is essential to understand the building process, the characteristics of the specifications formulated in planning, and the design criteria for these structures. On one hand, the reasons for the invention of this particular type of vaulted ceiling in the late 15th century and its spread over a large area are usually viewed from a technological standpoint. On the other hand, the appearance of these vaults, in particular the character of their curves and surfaces, can only be described against this background.

As it happens, we have no recourse to contemporary information regarding the construction techniques or the design specifications of cell vaults. This constitutes a methodological problem: how is it possible …read more

30. November 2011
von Andreas Gosch
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Kirche als Baustelle – Rückblick.

Vom 10. bis zum 13. November 2011 fand die internationale Tagung „Kirche als Baustelle – Große Sakralbauten des Mittelalters” im Dresdener Blockhaus statt. Fotografien von der Tagung sowie Pressestimmen stellen wir Ihnen ab sofort zur Verfügung …zum Rückblick

8. September 2011
von Andreas Gosch
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Die Kirche als Baustelle.

Im Zentrum des Kolloquiums soll die vergleichende wie die detailgenaue, spezifische Analyse der gesellschaftlichen und künstlerischen Bedeutung von Bauprozessen stehen. Diese wären in ihren jeweiligen Ausprägungen, Strategien und ästhetische Auswirkungen darzustellen, wobei die Aspekte von Partizipation und die Techniken der Verweigerung von besonderem Interesse wären.

Im Projekt „Kirche als Baustelle. Großstädtische Sakralbauten im Mittelalter“ wird erkennbar gemacht, dass Planungs- und Bauprozesse mittelalterlicher Kirchen weitreichende Bedeutung als Katalysatoren bei der Dynamisierung und Stabilisierung kommunaler Ordnung besaßen.

Die Städte bilden den Ort für diese Untersuchung, weil in ihnen besonders viele Personen, Gruppen und Institutionen präsent waren, welche Interesse am Bau der jeweiligen Kathedrale oder Stadtpfarrkirche hatten. Zugleich waren die Initiatoren und Hauptakteure zumeist nicht in der Lage, einen solchen Bau vom Anfang bis zum Ende vollständig aus eigener Kraft zu errichten. Daher erforderte der Aufwand zum Bau jener großen Kirchen die Beteiligung vieler, welche sich besonders durch den Verweis auf die sakrale Bedeutung des Gebäudes mobilisieren ließen. Solange diese Sakralität nicht in Frage stand – also bis zur Zeit der Reformation – regten sich stets mannigfältige Ansprüche und Bedürfnisse, an der Transzendenz teilzuhaben, die Kirchengebäuden innewohnt. Diese Immanenz machte Kirchen bis ins 15. Jahrhundert zu „Transzendenz-Ressourcen“. Gleichzeitig bot das Engagement für den Kirchenbau Gelegenheit, den Gemeinsinn von Personen, Gruppen oder Institutionen zu demonstrieren.

Der Bauprozess war die entscheidende Phase, in der sich beim Einbringen gemeinsinnigen Engagements die jeweiligen gesellschaftlichen Arrangements institutionell wie visuell aushandeln ließen. Daraus resultierte sicher die generelle Bereitschaft, Kapital, Zeit, körperliche und geistige Arbeitskraft in den Bau einer Kirche zu investieren. Zudem wurde das Bauwerk über die Grenzen einer Stadt hinaus – wie auch in ihrem Inneren – als Resultat permanenter gemeinsinniger Aktion erkennbar, das die erfolgreiche Stabilisierung einer gesellschaftlichen Ordnung visualisierte. Bau und Bauprozess konnten für einzelne Gruppen ein identitätsgenerierender Faktor sein und damit wiederum zu deren Eigentranszendierung beitragen: Je mehr beispielsweise eine einzelne Zunft den Bau der Stadtkirche unterstützte, desto größer war ihre Geltungsbehauptung und desto weniger war sie angreifbar.

Die Teilhabe am Kirchenbau als Transzendenz-Ressource ließ sich aber nicht nur ausdehnen, sondern auch einschränken. Gerade weil die Partizipation vielfältige Chancen des Aufstiegs bot und damit zur Dekomposition des bestehenden sozialen Gefüges beizutragen vermochte, gab es stets Versuche, dies zu verhindern, indem die genannten Einwirkungsmöglichkeiten beschränkt, völlig unterbunden oder wenigstens in ihren Folgen für den Bau unsichtbar gemacht werden sollten.

Im Forschungsprojekt werden deshalb sowohl Verflüssigungen wie Verfestigungen, Öffnungen wie Begrenzungen untersucht, die sich aus den Möglichkeiten des sozial diffusen Engagements während des Bauprozesses mittelalterlicher Kirchen ergaben. Entsprechend besser als bisher kenntlich gemacht werden die Motive für die symbolische Bedeutung von Planungs- und Bauprozessen, der Inszenierung von Geschichtlichkeit mittels entsprechend heterogener Gestaltungsweise, aber auch von deren Verweigerung durch stilistische Homogenisierung des Baukörpers trotz uneinheitlichen Bauverlaufs.

► Rückblick zur Tagung „Kirche als Baustelle – Große Sakralbauten des Mittelalters”

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